Die britische Künstlerin Sue Austin geht mit Rollstuhl auf Tauchstation und liefert dabei mit ihren Performances atemberaubende Aufnahmen. Zur Zeit ist Austin anlässlich der Paralympics 2012 im englischen Dorset mit dem Programm “Finding Freedom” zu Gast und begeistert das Publikum mit Bildern zwischen Tanz und Videokunst, die ebenso ungewöhnlich wie poetisch sind.

‘Part 1 – Finding Freedom’ überrascht schon allein durch die offensichtliche Schönheit, zu sehen, wie Sue Austin unter dem Meer eine völlig neue Bewegungsfreiheit entwickelt, die ohne die technischen Erweiterungen ihres Rollstuhls nicht möglich gewesen wäre. Man wird sie schwer als eine Art von “Rollstuhlkünstlerin” abstempeln können und gerade deshalb ist ihr künstlerisch überaus inspirierender Beitrag zum englischen Kultursommer 2012, den Cultural Olympics, mehr als wichtig. Barrierefreiheit ist eben nur selten Thema von künstlerischen Arbeiten.

Die technische Herausforderung, einen Rollstuhl sicher für den Tauchgang zu machen, bereitete den Mechanikern zunächst Kopfzerbrechen. Ein Rollstuhl wird normalerweise mit den Armen und Händen betrieben, aber unter Wasser ist durch den hohen Druck so kaum ein Betrieb möglich. Um die Probleme mit dem Druck zu umgehen, entwickelte man kleine Flossen, die Sue Austin mit den Händen bedient und die dem Rollstuhl zusätzlich ein futuristisches Aussehen verleihen.

Vom 30. August bis zum 9. September ist Sue Austin dann auch beim Unlimited Festival der Royal Festival Hall in London zu sehen. Ein guter Grund für eine kleine Seniorenreise in die englische Hauptstadt, die noch immer im olympischen Partyfieber ist und zur Zeit vor interessanten Veranstaltungen in Sachen Kultur oder Sport kaum noch gucken kann. Die Reihe von Performances in London wird zusätzlich mit Videos im Internet begleitet, die unter www.wearefreewheeling.org.uk zu sehen sein werden.

Mehr in Englisch auf der Homepage von Sue Austin

Bericht von Channel 4